Den Verlust verarbeiten können.Ganz in deinem Tempo.
Die Verarbeitung geschieht in Etappen. Heute grau, morgen dunkelschwarz und übermorgen lächelt ein Sonnenstrahl am anderen Ende des Himmels dir zu. Wut über Gott und die Welt stellt sich ein. Warum?
Warum hast du mir mein Kind, meinen Partner, mein geliebtes Tier, genommen? Warum?
Ich bin sauer auf dich. Ja, auf dich Gott.
Ich fühle mich von dir im Stich gelassen. Ganz alleine. Zurückgewiesen, abgestoßen. Warum hast du mir das angetan?
Diese Fragen dürfen sein.
Dies zu wissen ist wichtig. Viel zu sehr lasten die Verbote auf uns. Als ob es verboten ist, so denken die Menschen, über Gott auch mal seinen Ärger zuzulassen und auszusprechen. Das macht traurig und depressiv. So wie es gewünscht und erlaubt ist Gott Danke zu sagen für seine Gaben, so ist es auch erlaubt ihm mal deinen Ärger zu formulieren und auszusprechen.
Schließlich tut es dir weh. Ganz innen drinnen. Der Schmerz geht wie ein Stachel tief rein. Spitz und stechend ist die Wunde. Am Anfang denkst du, dass sie nie verheilen wird. Trotzdem wird genau dieses geschehen. Warum? Weil die Zeit sich weiter dreht und alles Schöne vergeht und alles Schlimme ebenso. Wir gewöhnen uns daran. Manche Tage mehr, andere Tage ist alles wie am ersten Tag des Verlustes. Auch noch Jahre später tut es zuweilen sehr weh. Das darf es auch. Schließlich hast du diesen Menschen, dieses Tier, geliebt. Und nun ist er weg. "Für immer." heißt es.
Es gibt einen kleinen Trost für dich: Das Gespräch dem dem geliebten Verstorbenen ist möglich. Das ist sehr intim und persönnlich. Es ist schmerzlich und auch heilend. Dieses Gespräch mit dem geliebten Verstorbenen lässt sich nochmal versöhnen mit dem, was nun ist. Jeder lebt in einer anderen Sphäre. Und irgendwann einmal könnt ihr euch wieder sehen.
Das geschieht, sofern die Seele auch in den Himmel eingezogen ist. Leider ist das nur selten der Fall. Viele Gründe haben die vom Körper befreiten Seelen mit dem Licht in den Himmel einzuziehen. Sie sind ja mit dem Sterben nicht zugleich Allwissende. Sie sind immer noch die Personen, die sie auf der Erde in ihren Körpern gewesen waren. Und wenn ein Mensch zu Lebzeiten Angst hat vor dem, was ihm im Himmel dort oben begegnet, wird er nicht den Weg durch das Licht wagen. Er wird sich hüten dorthin zu gehen. Denn dort lauert für ihn Gefahr. Die Gefahr bestraft zu werden. Das ist ein Irrglaube und falsch. Im Himmel ist der einzige Ort für die verstorbenen Seelen, wo es ihnen gut geht.
Den Verlust zu verarbeiten, dich der Traurigkeit hinzugeben, dem Ärger auch mal Luft machen und sagen was gerade ist. Verlust zu verarbeiten dauert seine Zeit, die es braucht, und wenn es Jahre sind. Dein Tempo dich der Verarbeitung hinzugeben ist der Maßstab, sonst keiner.
Als moderne Schamanin vermittle ich gerne zwischen deinem geliebten Verstorbenen und dir. Ich lade dich ein zu diesem außergewöhnlichen Gespräch.
co 11.August2023, Michaela Aust
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