"Wenn ... dann ..." - Teil 2
Es gibt zwei ganz andere Arten des "wenn ... dann .." .
Die Drohung. Die Androhung und Ankündigung.
"Wenn ... du dieses nicht erfüllst, deinen Aufgaben nicht nachkommst, nicht gehorsam bist etc. dann ... wirst du bestraft, bekommst du kein Essen und musst hungrig ins Bett, darfst du nicht am Ausflug teilnehmen etc."
Den Zusammenhang der unerfüllten Träume und der Androhung einer Bestrafung bin ich noch mitten im Prozess sie zu verstehen.
Es könnte sein, dass wir uns selbst bestrafen mit den "Wenn ... dann ..." Sätzen.
Es könnte sein, dass wir mit den Sätzen, bei denen wir unsere Träume erst zu einem späteren Zeitpunkt erfüllen können, wenn ... bestimmte Bedingungen herrschen, dann ... wir doch das Ersehnte erhalten, aus diesem Dilemma in uns entstanden sind.
Damit käme ich zur gleichen Schlussfolgerung wie oben: Es fehlen Seelenanteile. Darüber hinaus haben wir schwere Energien aufgenommen, dunkle Energieformen, die unsere Vorhaben ebenso sabotieren.
Es könnte sein, dass wir uns selbst bestrafen, um nicht die Strafe und Demütigung zu erhalten, die wir einst versprochen bekommen haben, als wir klein gewesen sind und die Erwachsenen unser Leben bestimmt haben. Zum Kreis der Erwachsenen gehören, Eltern, Großeltern, andere Verwandte, Nachbarn, Freunde der Eltern, Lehrer, Erzieher, Krankenpfleger, Ärzte.
Die Belohnung. Das Versprechen etwas zu bekommen.
Eltern versprechen ihrem Kind einen Ausflug. Der Tag kommt. Er findet nicht statt. Gründe dafür gibt es zahlreiche. Das Wetter passt nicht mehr. Papa muss arbeiten. Jemand ist krank geworden. Das Versprechen wurde "einfach" vergessen.
Ein Kind vergisst all die Versprechen nicht, die es bekommen hat. Zuerst glaubt es den Gründen, die ihm vorgetragen werden. Mit der Zeit summieren sich die Versprechensbrüche. Resigniert leidet das Kind im Stillen in sich hinein. Es wird zum Kaspar (Clown). Sein Ärger hat sich zu einer immensen Wut angestaut.
Das Kind hört auf jemanden zu glauben. Seine Freude auf etwas Schönes hat sich verabschiedet. Es wird zum "umgläubigen Thomas". Thomas ist der Jünger von Jesus, der den Freunden nicht glaubt, dass Jesus nach seinem Sterben wieder lebt.
Wem kann so ein geschädigter Mensch noch vertrauen? Niemanden. Dies hat Folgen später im Erwachsenenleben. Das Kind wurde einst mit schönen Worten etwas versprochen. Dies kann auch ein Geschenk gewesen sein, das es nie erhalten hat. Es hat etwas wertvolles ausgeliehen und nie mehr zurück bekommen. Sein Glaube an die Worte anderer Menschen ist verschwunden. Traurig zieht sich dieser Betroffene von den Menschen zurück.
Eine weitere Art und Weise mit dem Dilemma der selten eingehaltenen Versprechen ist, dass so jemand anfängt selbst alles mögliche zu versprechen. Im Überschwang der Gefühle in einer schönen Atmosphäre verspricht es etwas. Es kann sich um die Organisation einer gemeinsamen Reise handeln. Ein paar Tage später ist der Alltag wieder eingekehrt, die gute Stimmung verschwunden und die Motivation ebenso. Es kann sogar sein, dass dieser Erwachsene sich nun fragt: "Wieso muss ich mich um alles kümmern?"
Liebe Leser: Ihr könnte euch gar nicht vorstellen, wie oft ich auf solche schönen Worte gehört habe und ihnen geglaubt habe. Mit der Zeit merkte ich, dass diese Personen gerne etwas versprechen, das sie nie einhalten werden. Ich wendete mich ab.
Selbst gab ich auch im Übereifer Versprechen. Als ich später merkte, dass ich mich nicht daran halten konnte, suchte ich nach Ausflüchten. Oft verstrich die Zeit, ohne ein Zeichen oder Handlung von mir. Da ich mich für solches Verhalten zutiefst im Innteren schämte, hörte ich auf Dinge zu versprechen, mit denen ich vorher schlechte Erfahrungen gesammelt hatte. Ich bitte zu beachten, dass viele Naturen die Selbstreflektion gelernt haben. Dinge zu hinterfragen und aus einer anderen Perspektive zu betrachten kann erlernt werden.
Fazit:
Woher kommen die wenn ... dann ... Sätze bei dir?
Auf welcher Grundlage sind sie entstanden?
"Wenn ich die Prüfung habe, dann mache ich mich selbstständig."
"Wenn die Kinder aus dem Haus sind, gehe ich meiner Berufung nach."
Sind dieser Art Sätze die Folge von Bestrafungen?
Entstanden sie aus den Versprechen, die nie eingehalten wurden?
Mir scheint, dass hier ein unbewusstes Muster zugrunde liegt. Etwas zu wiederholen, um endlich ans Ziel zu gelangen. Ans Ziel, das einst versprochen wurde. Es handelt sich um das Versprechen, das zum Zusammenbruch des Glaubens geführt hatte. Es handelt sich um die Bestrafung, die nie ausgeführt wurde, weil es eine Drohung gewesen war, ein Kind gefügig zu machen. Die Unterwerfung war erreicht worden.
Die Seele hatte einen Stempel verpasst bekommen. Danach war der Glauben erschüttert. Danach war die Eigenständigkeit vorüber.
Auf die Lösung des Dilemma bin ich in Teil 1 eingegangen.
co Michaela Aust
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