Warum hilf mir denn keiner?

Veröffentlicht am 30. Mai 2026 um 22:03

"Warum hilft mir denn keiner?"
Hast du diese Frage schon einmal gehört? Vielleicht hast du sie selber schon ausgesprochen. Du fühltest dich alleine. Genau genommen alleine gelassen, dir selbst überlassen. "Keiner hilft mir", dachtest du.

Ich frage dich: "Hast du nach Hilfe gebeten?"Teilst du deinen Wunsch nach geholfen sein nicht mit, wie soll das dein Gegenüber wissen?

Als nächstes möchte ich dich fragen:
Stimmt es tatsächlich, dass du keine Hilfe bekamst?"
Manchmal wird uns geholfen. Jedoch geschieht das auf eine andere Weise, als wir es ganz konkret wünschen. Die gebetenen Personen reagieren anders, als wir es gerne hätten. Die Hilfe kommt aus der unsichtbaren Sphäre und nicht von realen Menschen.

Ich frage dich:
"Wie oft bekamst du tatsächlich Hilfe und hast dich nie dafür bedankt?" Das Danken wird allzu oft vergessen. Im Ablauf des Geschehens hat sich Ärger in dir ausgebreitet. Du bekamst andere Unterstützung. "Warum sollst du dich dafür auch noch bedanken?" Gerne übersehen werden hier Eltern, Geschwister, familiäre Personen, Kollegen. Es wird selbstverständlich ihre Gunst angenommen, ohne dass du dir dessen Wert bewusst bist. Daraus entsteht keine Überlegung Danke zu sagen. Ehrliches Danken ist etwas anderes als große Gesten und Geschenke zu verteilen. Das Danken, das ich meine, kommt von innen, vom Herzen. Es geschieht aus einer dankbaren Haltung von Demut.

"Warum hilft mir keiner?"
In Wahrheit wurde dir einst nicht geholfen, als du in einer Not gewesen warst und hilflos warst. Dieses Erleben ist längst vorbei. Es ist zu einer Geschichte geworden. Diese alleine gelassen worden sein fand statt als du noch ein Kind gewesen bist und keiner war da gewesen für dich. Dieses im Stich gelassen sein Gefühl kann durch den Besuch bei den Großeltern entstanden sein. Ein Krankenhausaufenthalt kann dies auch bewirkt haben.

Darauf aufbauend ergeben sich zahllose weitere Episoden der Wiederbelebung des Gefühls nicht geholfen zu bekommen. Fand die Verletzung in der Geschichte der Vergangenheit statt, kann diese Wunde auch nur dort geheilt werden. Spätere Hilfeangebote erreichen nicht das Ziel. Das ursprüngliche Ziel ist noch in Unruhe. Dort brauchst es nachträglich einen Abschluss.

Drama. Dramaqueen. Dramaking.
"Warum hilft mir keiner?" bedient das Muster von Täter, Opfer, Helfer, Retter, Zeuge. So lange du davon ausgehst, dass dir keiner hilft, bist du noch mitten im alten Geschehen deines Drama´s. Die besten Unterstützungen, die du erhältst, nähren das Muster des alleine gelassen seins. Auf dieser Ebene kommst du nicht heraus aus dem alten Fühlen. Deine Gedanken erzeugen ständig neue Dramataktiken, in denen du als Dramaqueen, als Dramaking, empfunden wirst. Das ist dann so, dass dir Leute vorwerfen, du würdest dich künstlich ins Rampenlicht setzen, damit du wieder deine Show abziehen kannst.

Fazit: Es gibt nur eine einzige Lösung.
Diese Geschichte abschließen und beenden.

Das kannst nur du selbst. Das geschieht, indem du dir bewusst machst, dass du in einem Kreislauf gefangen bist. Es ist ein Kreislauf von Leiden. So lange du noch geholfen bekommen willst, bleibst du Dramaqueen und Dramaking. Auf dieser Ebene wirst du niemals geheilt herrauskommen.

Ich lade dich ein, dich in diesem Prozess eine Zeit lang bewusst zu beobachten. Mit etwas Übung kannst du deine eigenen Muster von Neuinszenierungen erkennen.
Der Schlüssel liegt bei dir, in deinen Händen. Schließe die Türe ab. Gehe zur nächsten Türe zu deiner Heilung. Darin bist du der Meister, die Meistrin deines Glückes. Darin gibt es keine Opfer mehr, die sich im Stich gelassen fühlen.

Du hast die Wahl dich neu zu entscheiden.
Besser jetzt, als nie.
co Michaela Aust

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