Loslassen.
Abgeben.
Frei geben.
Danke sagen für die Lehre,
die wir trotz allem gewinnen konnten und in unser Leben als Weisheit integrieren können.
Festhalten.
Oh ja, wir halten fest.
Wir wehren uns mit Händen und Füßen das frei zu geben, das uns im Leben behindert voran zu schreiten. Warum? Es gibt uns eine Sicherheit. Wir kennen uns aus. Wir bekommen bestätigt, was immer schon so gewesen war. Und dabei bemerken wir gar nicht, dass wir es selbst sind, die die schlimmen Geschichten immer wieder neu in Szene setzen. Sie wirken vertraut. Und das tut uns gut. Oh, ja, das Vertraute gibt uns Sicherheit, auch wenn es noch so weh tut, auch wenn es noch so viele Komplikationen und Verwicklungen nach sich zieht.
Wir Menschen behaupten wir wollten uns ändern. Warum müssen wir uns ändern? Und wie beziehungsweise wohin soll diese Ver-Änderung hin geschehen? Dazu fehlt uns das neue Bild, die neue Idee. Wir wissen nur eines, dass wir weg wollen aus der alten Dramaturgie des Alptraumes in unserem Leben.
Wir gehen weg von den Arbeitsstellen, verlassen Gruppen, zahlen des dem Partner heim, weil er uns "schon wider" so gedemütigt hatte. Anstatt dass wir die Wunden loslassen, nähren wir sie mit Rache und Jammern. Das gibt uns Sicherheit. Der Ablauf ist sicher, ist gesichert. Wie immer halt. Bekannt. Nur bemerken wir das nicht. Nun. Manchmal tun wir das schon. Wir wollen aber an dem Punkt nicht wahrhaben, dass Rache oder Weggehen nicht wirklich weiter hilft. Denn schließlich haben wir irgendwo heimlich versteckte Glückgefühle, wenn wir so Agierende sind. Und schwupps waren wir in der Täterrolle und schauen großzügig auf den anderen bösen Menschen und schimpfen über ihn. Den Blick von uns wegwenden und so tun wie schlimme Opfer wir sind, das bringt uns die Helfer und Retter ins Haus.
Loslassen ist schwer. Ich staune nur noch, wie sehr ich selbst an alten Kreisen, Berufen, Hobbies festhalte, weil sie wie eine Ersatzdroge wirken und mir vorgaukeln nicht alleine zu sein. Wir sind niemals alleine. Wir haben das eingeredet bekommen und können uns auf ähnliche Weise einreden, dass wir in Wahrheit ein Teil der Gemeinschaft sind, die Natur, Gott und die Erde haben, als übergeordete Elternfiguren im Sinne von Mama und Papa.
Wir halten an früheren Freundschaften fest. Und das ist etwas ganz Neues für mich gewesen, als ich es entdeckt hatte:
Wir halten an Verstorbenen fest. Diese Personen können seit 50 Jahren tot sein. Da wir sie so sehr vermissen, halten wir sie unbewusst und unbekannterweise energetisch fest. Auch sie gilt es freizugeben und loszulassen. Nicht nur wir selbst wollen unsere Bestimmung leben, auch die längst Verstorbenen haben das verdient, finde ich. Oder möchtest du an die Erde als Geist gebunden sein, weil ein noch lebender Mensch sich an deiner Energie nährt. Das heißt dann, dass auch Lebende sich an Verstorbenen Geistwesen nähren können. Ich glaube, das zu lesen ist etwas schwer zu verkraften. Meinen wir es doch so gut. Tun wir das tatsächlich auch für uns, es für uns gut tun, dass es auch gut ist. So in allen oben genannten Bereichen, die als Schauspielinszenierung immer und immer wieder neu aufgeführt werden?
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass wir es geschafft haben, die Toten, die Geschichten, die Inszenierungen loszulassen und freizugeben in ihr eigenes Sein. Dann geht es weiter. Wir können uns fragen:
Warum haben wir so lange an diesen schlimmen Personen festgehalten, und regelrecht an sich geklammert, obwohl die realen Geschehnisse schon Jahrzehnte zurück liegen? Weil uns diese Inszenierungen von Opfern, Tätern und Rettern von uns abgelenkt haben. Von uns und unserem Dilemma nicht zu wissen, wohin wir gehen sollen, mit wem wir uns treffen können, was wir denn nun beruflich arbeiten können. Von uns, was wir tatsächlich fühlen und brauchen.
Wir müssten die Sicherheit aufgeben und das Neue wagen. Zuvor braucht es jedoch ein Bild von dem Neuen. Es braucht ein konkretes Bild von dem, was wir wirklich haben möchten. Und dann gehen wir schnurstracks darauf zu. Aber. Ich möchte warnen. Die alten Geschichten werden uns prüfen, ob wir tatsächlich bereit sind der neuen Bestimmung zu folgen. Erst nach erfolgreichem Bestehen der Prüfungen sind wir gereift und tatsächlich ganz und gar fähig in einer Komödie oder Lustspiel ein Teilnehmer zu sein. Schluss mit dem Krimi von Verfolgung und Hetzjagt und der Angst entdeckt und gefunden zu werden. Im Lustspiel zeigen wir uns mit unserem ganzen Sein. Und es ist eine gute neue Geschichte, die sich dann auch wiederholt, ob mit dem Partner, den Freunden, Gruppen oder Arbeitsstellen.
Dann braucht es noch den Dank.
Danke sagen an das, was uns das Festhalten gebracht hat.
Danke sagen an den Gewinn, den wir hatten, obwohl wir immer wieder das Gegenteil sagten.
Welche Lehre haben wir für uns gewonnen? Diese können wir dann auch mitteilen,. Wer weiß, für wen wir dann als Vorbild gelten, als positives Beispiel es geschafft zu haben ein zufriedenes Leben zu praktizieren? Zuvor waren wir mehr eine Warnung gewesen für unsere Mitmenschen, eine Abschreckung. Ich denke, es macht schon einen großen Unterschied, ob wir als Leitfigur angesehen werden oder als schwach.
co 22.Februar 2024, Michaela Aust
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