Hexe - Teil 2

Veröffentlicht am 23. Juni 2026 um 10:06

Weitere Betrachtungen zur Hexe
Durch Gespräche sind Erinnerungen in mir zurück gekehrt. Ich hatte sie vergessen, weil sie zu sehr auf meine Seele lasteten.

Als kleines Mädchen wurde ich von meiner Tante, der Schwester meiner Mama, als Hexe betitelt. Dies geschah, wenn ich meinen eigenen Willen zeigte. Später als ich jung verheiratet gewesen war, wurde ich von einer alten Nachbarin als Hexe bezeichnet. Das traf mich damals sehr.

Hexe war ein Schimpfwort, das mich mitten ins Herz traf.

Ich empfand es als eine schwere Beleidigung meiner Person. Als eine Diskriminierung, was heißt Aussonderung. "Mit solchen Leuten, wie dich, will ich nichts zu tun haben." Ich wurde als anders angesehen. Dabei wollte ich gewöhnlich sein. Ich wollte als Mutter anerkannt sein. Ich wollte dazu gehören. Das Wort Hexe vermittelte mir das Gefühl nicht zur Gemeinschaft dazu zu gehören. Damals machte mich das äußerst ärgerlich.

Wut, die kein Ziel hatte:
Wut, die als Ursache ein Wort hatte.
Nicht verstehend, dass sich Frauen aus eigener Entscheidung Hexe nannten.

Zu der Zeit hatte ich mich noch lange nicht auf dem esoterischen Weg befunden. Das war viele Jahre vorher schon gewesen. 

Eine weitere Unterhaltung brachte die Idee zu mir, selbst in die Vergangenheit zu reisen. Ich hatte Zeit gehabt und wandte mich meinem damaligen Kindseelenanteil zu. Die Szene zeigte sich recht schnell. Nach der Aufnahme der beiden Kindanteile bemerkte ich die Anwesenheit der Mama. Sie war zwischen den Welten hier geblieben bei ihrem Kind. Sie war eine erdgebundene Seele, wie wir diese Seelen im schamanischen nennen.

Sie erzählte mir ihre Geschichte.

Damals war sie Pflegemutter gewesen würde man heute sagen. Sie hatte zu der Zeit schon einige eigene Kinder gehabt. Als sie älter wurde bekam sie einen Nachzügling. Dieser verstarb aus ungeklärten Ursachen plötzlich mit etwa einem Jahr. Er war früh beim Aufwecken tot im Bett gelegen.

Sie war eine erfolgreiche und beliebte Frau in ihrer Zeit gewesen. Sie konnte gut mit Kindern umgehen. Sie liebte die kleinen Wesen sehr. Sie erzählte ihnen Geschichten, ging mit ihnen in die Natur und bastelte viel. Alle zusammen hatten viel Spass miteinander. Sie mochten sich gern. Waren sie beieinander, sangen sie Lieder und waren fröhlich und heiter gestimmt. Die Mama ging in ihrem Tun auf, Es war ein Geben und ein Nehmen. Beide Seiten profitierten.

Dann kam der Tag des Sterbens des jüngsten Kindes.
Es war tot im Bett gelegen, als es gefunden wurde. Jegliche Hilfestellung erfolgte zu spät. Sie wurde bezichticht Giftmischerin zu sein. Hexenkräuter anzuwenden. Denn das erklärte auch, wieso die Kinder so gerne zu ihr hingingen. Sie wurde als Hexe bezeichnet,. Das bedeutete, dass ihr unterstellt wurde mit den niederen Kräften im Bunde zu sein.

Von Herzensliebe sprach keiner.
Das war es, was zwischen den betreuten Kindern und ihr floss. Sie lebte die Liebe und Fürsorglichkeit. Sie sah die Natur jedes einzelnen Kindes und richtete sich danach aus. Sie unterstützte und motivierte die Kleinen bei den Handlungen, die ihnen lagen. Sie hatte ein Auge, ein Gehör und ein Spüren hierfür. Ihre Zuneigung war beiderseits gegeben gewesen.

Bei rückblickender Betrachtung hat es wohl Neider gegeben im Hintergrund. Frauen waren eifersüchtig, dass ihre Kinder eine fremde Frau mehr mochten als sie selbst, waren sie doch die wahre Mama`s. Sie benutzten das Unglück der Pfegemama und bezichtigten sie mit dem Teufel im Bunde zu sein. Die Kinder wurden abgeführt. Sie selbst wurde verhaftet und zu Tode verurteilt. Ihre eigenen Kinder hatten einen Stempel abbekommen: Kind einer Hexe hieß er.

Diese Frau als erdgebundene Seele erzählte mir, dass sie bei ihrem Kind geblieben war, um es vor solchen Szenen zu bewahren. Ihr Kind sollte nie in so eine Lage geraten. Das hätte ihr das Herz zerrissen. Ihr war das Wohlergehen ihres Kindes wichtig gewesen. Das hielt sich am Leben. Wieso hätte sie ins Jenseits gehen sollen? Um dort noch mehr bestraft zu werden? Um dort ein Höllendasein zu fristen? Dazu hatte sie keine Luste gehabt und entschied sich hier zu bleiben. Die Zeit, in der sie lebte, war ungefähr um 1458 gewesen. Seitdem begleitete sie treu ihr Kind.

Als ich mit ihr sprach und sie bat heute den Weg ins Licht zu gehen, da sie nun diese Möglichkeit wieder habe, hatte sie Angst. Angst vor weiterer Bestrafung und Demütigung. Als ich so mit ihr sprach konnte ich sie dazu motivieren sich das Jenseits einmal anzuschauen. Am Eingang warteten diverse Kinder, ihr eigenes verstorbenes kleines Kind stand lächelnd da und rief seine Mama. Es war eine herzerweichende Szene all die liebenden Seelen zu sehen und zu spüren, die dort warteten. Sie strahlten in hellem Licht. sie leuchteten von innen heraus. Mir kommen die Tränen in die Augen, wenn ich daran denke.

Die Frau war nun bereit den Weg zu wagen. Als sie dort an der Himmelspforte eingetreten war, war meine Arbeit zunächst zu Ende. Ich wünschte ihr einen guten Aufenthalt und wir verabschiedeten uns. Später meldete sie sich noch einmal bei mir und bedankte sich bei mir. Voller Freude war sie überglücklich. Ihre Ängste waren Illusion gewesen. Was ihr im Jenseits begegnete, war völlig anders, als sie je gedacht hatte.

Mein Dank gilt allen Gesprächspartnern. Durch euch konnte ich mich erinnern. Und ich hatte den Mut selbstständig die schamanische Arbeit zu leisten. Meine eigenen Ängste waren ebenso unbegründet gewesen, ich bräuchte jemand anderes als Helfer. Wer den Schamanismus so gelernt hat, wie ich, der kann eigenständig mit sich selbst arbeiten und kommt zu guten Ergebnissen. Alles Liebe für euch und eure konstruktiven Lösungen der wahren Gründe.

Jetzt verstehe ich aus einem völlig neuen Blickwinkel, wieso mir kleine Kinder vorenthalten werden. Als ob ich eine Gefahr wäre. Sogar meine beiden Enkel werden von mir zurück gehalten. Zu meinen Nichten und Neffen, die mich einmal gut kannten, da wurde ein Riegel vorgeschoben und Unmut gesät.

Ich halte mich fern.
Keine Beziehung ist mir lieber als Streit und Unzufriedenheit. Neid gab es viel, viel zu viel. Sabotage im Hintergrund leider auch. Boykott dessen, was ich mir an Herzensbeziehungen zu meinen Kindern, Enkeln, Nichten und Neffen aufgebaut hatte.

"Wer streiten will, findet Gründe." ist eine Methapher.
"Wer mit mir auskommen will, findet Wege des Miteinanders."
In den beiden Aussagen ist alles enthalten, was in meinem Leben stattfindet.

Ich mag die Menschen sehr. Mir macht es Spass sie zu sehen wie sie sich entfalten und ihre Möglichkeiten ausschöpfen. Vielleicht ist das jetzt das Puzzleteil, das die Wunde schließt? Damit ich meinen Seelenauftrag nachkommen kann, ohne mich verstecken zu müssen, ohne Geheimnisse. Sichtbar für jeden.
co Michaela Aust, 23.Juni2021

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