Ich schaffe das

Veröffentlicht am 15. Oktober 2026 um 21:09

Ich schaffe das, ganz alleine!
In eine Not geraten machen die Menschen sich die Dinge mit sich aus. Mit sich selbst. Mit sich ganz alleine. Sie fragen niemanden. Wen sollen sie auch fragen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sie es auch alleine schaffen. Sie gehen den Weg alleine. 

Diese Spezies sind weit verbreitet. Ich gehöre auch dazu. Es taucht etwas auf,das mich überfordert oder wofür wir uns schämen. Wir versuchen damit selbst klarzukommen. Niemand erfährt davon, wie es uns tatsächlich geht. Wir wollen kein Mitleid. Wir wollen keine klugen Sprüche. Wir wollen keine Rat-schläge. Wir wollen keine Lösungen, was wir wie tun müssen, damit es uns wieder gut geht. 

Diese Strategie ist das Gegentück von dem Blog von der Gemeinschaft und des Gemeinsam sind wir stark. 

In früheren Traditionen gab es eine Auszeit. Menschen gingen alleine in die Natur. Bekannt isst hier in Europa der Jakobsweg. Die Menschen gehen in die Abgeschiedenheit und Einfachheit des Lebens zurück. Sie möchten ihre eigenen Antworten finden. Wohin sollen sie sich wenden? Was sind ihre eigener Wünsche? 

Manchmal braucht es die Zeit des alleine seins. Es braucht den Rückzug. Und ganz besonders heilsam ist die Stille. "In der Stille liegt die Kraft." Das stimmt. Dabei haben wir solche Angst vor dieser Stille. Wir verwechseln sie gerne mit Langeweile. Und genau dieser Moment ist ein Schlüsselöffner zu einem neuen Raum. Dies ist ein Raum, der sich erst in der Abgeschiedenheit von der Gemeinschaft zeigt. Diese Zeitphase ist sehr wertvoll. Sie ist fruchtbar.

Ich schaffe das ganz alleine.
Manche von uns haben gelernt, dass sie ins Leere liefen, als sie gefragt haben. Diese Erfahrung hat ihnen über viele Jahre hinweg die Erfahrung gelehrt, dass die Bewältigung der Hindernisse im Leben auch alleine gelöst werden können. 

Eine weitere Gruppe sind die Menschen, die laut tönen, niemanden anderen zu brauchen. Sie tun so, als ob sie ohne die Anbindung an die soziale Gemeinschaft leben könnten. Darüber habe ich einmal länger nachgedacht. Ich kam zu folgendem Ergebnis:

Menschen sind soziale Wesen. 
Kein Mensch aus einer Industriegesellschaft, wage ich zu behaupten, kann sich ohne den Rest der Gemeinschaft ernähren und leben. Wir Menschen können alleine nicht überleben. Wir sind auf das Zusammenwirken angewiesen. Keiner kann alleine im Wald ohne den Waren aus den Geschäften leben. Nur davon leben, was wir alleine anbauen. Nur selbst angefertigte Werkzeuge nutzen, die ohne Werkzeuge aus den Geschäften hergestellt wurden. Das Wasser im Fluss kann nicht mehr getrunken werden.

Wasser vom nächsten Bach, Essen, was gerade wächst oder von selbst erledigten Tieren, Kleidung nur noch selbst angefertigt, Feuer ohne Feuerzeug oder Streichhölzer anzünden, waschen im nächsten See. Es gibt sicherlich noch viel mehr alltägliche Erfahrungen, die irgendwie im Zusammenahng mit einer sozialen Gemeinschaft stehen. 

Ich schaffe es nicht alleine.
Ich brauche dien Zusammenhalt der sozialen Gemeinschaft. Ich bin Teil davon. 
Das ist mein Resümée. 

Wie ergeht es dir, lieber Leser?
Eine Antwort als Kommentar hierunter erfreut mich.
co Michaela Aust

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